Gehört Online-Banken die Zukunft?

Das Vertrauen in die traditionellen Finanzinstitute schwindet. Die zunehmende Digitalisierung tut ihr übriges: Online-Banken sind auf dem Vormarsch. Doch können diese wirklich mit der Qualität und den Leistungen ortsansässiger Filialbanken mithalten?

Die Beratung
Die Filialbank ist vertraut. Dort wird auch älteren oder behinderten Kunden beim Ausfüllen von Überweisungsformularen geholfen. Der Kunde einer Online-Bank erhält nur schriftliche Informationen. Danach ist er auf sich gestellt.

Aber: Wie gut ist der Service der Filialbank wirklich, wenn es über die Hilfe beim Formularausfüllen hinausgeht?
Die Stiftung Warentest wollte es im Frühjahr 2012 genau wissen. In zwölf Bankfilialen erschienen 23 Männer und Frauen. Alle waren kreditwürdig und fragten nach den Konditionen für einen Konsumentenkredit über 4000 Euro. Die Tester achteten gezielt auf das Vorhandensein wichtiger Angaben wie effektiver Zinssatz, Gesamtkreditbetrag und die Höhe der monatlichen Raten.

Die Ergebnisse waren erschreckend: Keine der getesteten Filialbanken erfüllte die Anforderungen, die Beratung von Direktbanken ist sogar besser als die von Filialbanken.

Zehn von zwölf dagegen erhielten das Urteil „mangelhaft“. Auf Nachfragen nach den gesetzlich vorgeschriebenen Informationen wurde den Testern erklärt,der Drucker funktioniere nicht richtig oder das Ausdrucken der Angaben sei verboten.

Einige Banken versuchten auch, den Kunden eine Restschuldversicherung aufzudrängen. Dies ist laut „Finanztest“ wegen der geringen Summe unnötig, verteuert aber den Kredit um bis zu zehn Prozent.

Es kam sogar zur Schädigung der Kreditwürdigkeit des Kunden. Anstatt nach „Kreditkonditionen“ fragten die Bankberater bei der Schufa nach einem „Kredit“. Dies erscheint in der Datenbank dann so, als sei dem Kunden ein Kredit wegen fehlender Bonität verweigert worden.
Bei den Online-Banken hingegen erhielten bei diesem Test vier von fünf die Note „sehr gut“.

Die Sicherheit
Viele haben bezüglich der Sicherheit bei Datenübertragungen im Internet ein mulmiges Gefühl. Doch leider ist auch das Geldabheben mit Karte bei der Filialbank nicht gefahrlos. Die Geldautomaten werden durch „Skimming“ (engl.= absahnen) zur Geldtankstelle für Kriminelle. Dabei werden von Bank- und Kreditkarten die Daten des Magnetstreifens und der PIN gestohlen.

Dies kann per Minikamera, einer falschen Tastatur oder einer Umleitung am Eingabeschlitz erfolgen. Die Täter fertigen mit den gestohlenen Daten eine falsche Karte an und heben das Geld vom Ausland aus ab. Dabei scheinen die Automaten für den Kunden einwandfrei zu funktionieren. Erst beim nächsten Kontoauszug oder wenn die Bank nach Überziehung des Kreditrahmens das Konto sperrt, wird der Schaden offenbar.

Und auch von einere anderen Seite weht der Wind für die klassischen Banken – aber ebenso auch die Online Banken: Im Internet entwickelt sich die Digitalwährung Bitcoin prächtig und trotz des häufigen hoch- und runter des Bitcoin Kurses, hält sich diese neue Finanztechnologie äußerst hartnäckig und breitet sich mehr und mehr aus. Auch eine Schnittstelle zwischen dem normalen Bankensystem und Bitcoin ist mittlerweile geschaffen, Bitcoins kann man nun auch per Kreditkarte kaufen, z.B. auf Webseiten wie www.buybitcoinswithcreditcard.net. Dadurch wird sich die Verbreitung der zensurfreien Digitalwährung, die nicht auf Banken angewiesen ist, weiter ausdehnen.

Der Fachjargon
Die Bedenken sind berechtigt, wenn man die vielen Fachbegriffe und Umstände bedenkt, an die bei komplexeren Geldgeschäften gedacht werden muss. Bei einer Baufinanzierung beispielsweise ist es nicht immer ratsam, alleine auf die Suche nach dem passenden Angebot zu gehen, da hier sehr viele Faktoren beachtet werden sollten und meist ein hoher Betrag im Spiel ist, der ein Leben lang abbezahlt werden muss.

Die Zinsen
Die Zinsen für das Girokonto bei der Filialbank sind oft recht mager. Das Online-Konto hat da mehr zu bieten. Oft ist es ein Tagesgeldkonto oder ein solches ist angeschlossen. Das Tagesgeldkonto vereinigt die Vorteile von Girokonto und Sparbuch: das Geld ist jederzeit verfügbar, erhält aber höhere Zinsen als ein Girokonto.

Alles wird digital, so verfrachten sich auch viele „Offline“-Geschäfte immer mehr ins Internet. Wie der Test zeigte, müssen sich Online-Banken (wie etwa die SWBank – http://www.swkbank.de/) nicht vor ihren alteingesessenen Konkurrenten verstecken. Vor allem technikaffine Kunden können von vielen Vorteilen profitieren.